Malia - the black orchid

Rezension in der Bruchsaler Rundschau vom 11.2.2013

 

„I put a spell on you…“, sang Malia am Samstagabend beim ersten Konzert der Kraichtaler Jazztage 2013 in der voll besetzten Historischen Kelter von Bahnbrücken. „Ich lege einen Zauber auf Euch und ziehe Euch in meinen Bann“ Malia verzauberte ihr Publikum mit ihrer sanften Reibeisenstimme zusammen mit ihrer Begleitcombo, den drei erstklassigen Musikern Alexandre Saada am Piano, Jean-Daniel Botta am Kontrabass und Laurent Series am Schlagzeug.

 

Es war ein Abend der die Zuhörer begeisterte mit Songs überwiegend von Nina Simone. Malia ist in Malawi aufgewachsen und ließ sich inspirieren von der Musik von Billy Holiday und Ella Fitzgerald bis sie die Jazzsängerin Nina Simone, entdeckte und viele ihrer Songs neu interpretierte. In Bahnbrücken präsentierten sich Malia und ihre Combo als feste Einheit in einer großartigen Vielfalt. Die Band war die Basis für die ausdrucksstarke und wandelfähige Stimme Malias. Von leise gehaucht bis zum kraftvollen Blues beherrschte Malia ein großes Repertoire. Sanftes Summen bis zum wilden tanzenden Rhythmus im vollen Volumen ihrer Stimme. Ein „I love you“ gehaucht von Malia muss jedes Männerherz schmelzen lassen. Malia zelebrierte ihre Songs und ließ dabei die Zuhörer staunen. Die Stimmungen wechselten wirkungsvoll und waren einmal traurig, getragen und nachdenklich („Baltimore“), dann plötzlich schelmisch und fröhlich, vielleicht ironisch („Marriage is for old folks – not for me…“) bis hin zu wild und mitreißend („Four Women“).Viel Blues war dabei, erdig, kräftig und stark – getragen von Malias Stimme und gewürzt mit den Solos der Musiker. Laurent Series spielte seine hart gespannten Drums äußerst fantasievoll mit Sticks, Schlägeln oder auch mit der Hand und ergänzte sie mit Percussion-Instrumenten. Für ein Minutenlanges Solo erhielt er rauschenden Beifall. Es bestach nicht nur durch seine Länge, sondern vor allem durch die Klangfarben, die Laurent Series auf dem Drum-Set zum Schwingen brachte. Jean-Daniel Botta flitzte mit seinen Fingern über den Kontrabass und improvisierte überaus gekonnt mit vielen musikalischen Einfällen passend zum Piano und zur Sängerin.


Bei „Keeper of the Flame“ zeigte er sein ganzes Können in einem furiosen Bass-Solo. Alexandre Saada entlockte seinem Klavier immer wieder neue Klänge und Rhythmen. Für „I put a spell on you“ fixierte er sogar die Saiten mit Klebeband, um einen harten Anschlag ohne Nachklang zu haben.

 

Für die Internationalen Kraichtaler Jazztage 2013 war dies ein furioser Start, den Thomas und Beate Biel organisiert haben. Weitere Konzerte folgen ab 22. Juni ebenfalls in der Historischen Kelter von Bahnbrücken. Im Oktober wird erneut Brian Auger erwartet.