Samstag, 29. Juni 2013: - JAN PRAX QUARTETT

Young Generation JazzNight

     

Das Jan Prax Quartett hat sich einem energetischen Postbop-Sound verschrieben. In den Kompositionen, vornehmlich aus der Feder von Bandleader Jan, ist der Spirit großer Saxophonisten wie etwa John Coltrane und Kenny Garrett zu spüren. Die Interpretation ist jedoch stark vom heutigen Zeitgeist geprägt und reich an Elementen aus Soul und Groove- Musik. Die Adaption der Jazztradition in den heutigen Kontext ist in diesem Falle kein bloßes Konzept, sondern schlichtweg das, was entsteht, wenn sich die vier Musiker mit ihren musikalischen Backgrounds und Vorlieben ans Werk machen.

Der Prax-Sound ist mal unbändig und wild, mal sphärisch und melodiös, mal groovig und auf den Punkt, aber immer "soulful" und voller Energie.

Die vier Musiker stammen gebürtig aus Karlsruhe und sind dort aufgewachsen. Die noch junge Formation konnte mit ihrem „high-energy-playing“ auf dem "futuresounds" Jazzwettbewerb im Rahmen der Leverkusener Jazztage 2012 glänzen und gewann als absolute Newcomer-Band aus dem Stand den renommiertesten Nachwuchs-Jazzpreis der deutschen Musikszene.

 

 

Nächster Auftritt:   Dienstag 09.07. Jazzopen Stuttgart 2013

LINK:   http://www.jazzopen.com/programm/diana-krall/

 

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Grenzen überschreiten

JP4 – Vier junge Jazzer begeistern in Bahnbrücken bei der Young Generation Jazznight

Kraichtal-Bahnbrücken (art). Das Schlagzeug knallt, auf dem Flügel wirbeln die Tasten, virtuos öffnen und schließen sich die Klappen am Saxofon und der Bass grooved – Beyond Boundaries, jenseits der Grenzen – eine Band stellt sich vor: Jan Prax Quartett, JP4, bei den Kraichtaler Jazztagen in der Historischen Kelter von Bahnbrücken. Es sind vier junge Himmelsstürmer, die 2012 bereits ihren ersten bedeutenden Preis eingeheimst haben bei den Leverkusener Jazztagen: „Futuresounds 2012“, einer der renommiertesten Preise für Nachwuchsjazzer. Und sie hatten doch erst kurz vorher eigens für den Wettbewerb das Quartett gegründet. Entsprechend selbstbewusst treten sie auf. „Die Jungs werden sicher Karriere machen“, sagt Thomas Biel, zusammen mit seiner Frau Beate der Organisator der Jazztage, bei seiner kurzen Begrüßung, bevor sie loslegen. Roman Schuler, der „Senior“ am Piano. Sein äußeres Kennzeichen, auf jedem Foto zu sehen, eine Kappe. Ansonsten kennzeichnet ihn ein brillantes Spiel am Flügel, bei dem er über die Tasten tanzt und wieselt oder in den ruhigen Stücken punktgenau die Situation erfasst und die Melodieführung übernimmt. Jan Prax, Bandleader, Hauptkomponist und mit Tilmann Oberbeck der Youngster im Vierer. Er spielt einfach furios auf seinen beiden Saxofonen, Alt- und Tenorsax. Mit großer Energie und mit viel Heart und Soul ist er Herz und Seele der Gruppe. Er bringt das Jazzblut zum Kochen und gibt mit seinen Kompositionen der Gruppe einen unnachahmlichen Spirit, der dann auch zu dem ersten großen Erfolg in Leverkusen geführt hat. Tilman Oberbeck, der Kraichtaler mit Heimvorteil, rollt mit seinem Kontrabass von Hamburg in den Kraichgau und begeistert das Publikum mit seinem entfesselten Tanz auf den kräftigen Saiten. Ihn begeistert bei seinem Instrument die Verbindung von Harmonie und Rhythmus – und das lebt er auch voll aus. Er entlockt dem großen Bauch zarte und sanfte Töne und dann wieder trommelt er gleichsam mit seinen Saiten einen rasenden Rhythmus. Trommeln ist dann auch das Stichwort für den Vierten im Bunde: Michael Mischl an den Drums. Hart gespannte Felle, geben einen peitschenden Sound und der Einsatz von viel Metall, sprich Becken, elektrisieren förmlich das Quartett. Mischl selbst bleibt dabei cool und gelassen; leistet sich das eine oder andere Duett mit dem Flügelmann. Die andere Paarung sind Sax und Bass, die miteinander die Zuhörer zu Szenenapplaus mitreißen. Die Inszenierung der Stücke lässt nie Langeweile aufkommen. Heiße Rhythmen mit hohem Tempo wechseln sich mit balladesken Songs ab, Dur mit Moll und piano mit fortissimo. Und immer wieder kreative Solos dazwischen. Man merkt den Vieren ihre Spielfreude an, ihre Begeisterung an der Musik, an den grenzenlosen Möglichkeiten des Jazz – Beyond Boundaries, über die Grenzen hinaus. Das ist es, was sie ausprobieren und was die Zuhörer begeistert hat neben ihrem großen technischen Können – Jeder bereits ein Meister seines Fachs.

Die Summer Session der diesjährigen Kraichtaler Jazztage endet am 5. Juli mit dem Julian und Roman Wasserfuhr-Quartett auch wieder in der Historischen Kelter von Bahnbrücken. Das Konzert beginnt um 20 Uhr.