Dienstag, 22. Okt. 2013 : - BRIAN AUGER`S OBLIVION EXPRESS

Konzertbesprechung

Orkan im Hammondsound

 

Brian Augers „Oblivion Express“ brauste durch die Kelterhalle in Bahnbrücken

 

kraichtal-Bahnbrücken (art)

Schon als Brian Auger mit seinem „Oblivion Express“ die Bühne betrat, brandete der Applaus auf in der vollbesetzten historischen Kelterhalle von Bahnbrücken. Thomas Biel hatte zum Abschluss der diesjährigen Kraichtaler Jazztage wie im Vorjahr den Jazzrocker und Hammond B3-König verpflichten können, im „Zentrum of Progressive Music“ wie Brian Auger Bahnbrücken auch diesmal wieder scherzhaft bezeichnete – sicher wie so viele andere Konzertorte in der Welt. Mit ihm zusammen stand Alex Ligertwood auf der Bühne, „The Voice of Carlos Santana“, Les King am Bass, Yerone Levy mit der Rhythmus- und Sologitarre sowie sein Sohn Kama am Schlagzeug.

 

Es war keine Wiederholung des Konzertes vom Vorjahr als noch Brian Augers Tochter Savannah Grace dabei war. „Es war ein völlig anderes Konzert“, sagten viele der Zuhörer, die auch damals dabei gewesen waren. Diesmal prägte neben dem Hammondsound Alex Ligertwood mit seiner markanten Stimme und seiner Bühnenperfomance das Konzert. Unverkennbar bei einigen Titeln der Santana-Sound, den Ligertwood mitgeprägt hatte. Die Zuhörer tanzten zwischen den Tischen, klatschten und schnippten den Rhythmus und wiegten sich im Takt.

 

Brian Auger begeisterte mit dem furiosen Tanz seiner Finger auf den Tasten von Orgel und Keyboard. Er entfesselte mit dem markanten Sound der Hammond B3 einen Orkan, der auf und ab toste und die historische Kelterhalle erschütterte. Die Orgel jauchzte unter seinen Fingern und jubelte, schrie, schluchzte und wimmerte, wummerte und dröhnte. Der „Joker“ auf der Bühne war Alex Ligertwood mit dem Schalk im Nacken, einem Blitzen in den Augen und mit Rhythmus im Blut. Er faszinierte mit seiner kraftvollen und wandlungsfähigen Stimme sowie seinem immer noch jungen und unbändigem Temperament trotz seinem Reichtum an Jahren. Er sang nicht nur, sondern griff auch selbst zur Gitarre und unterstütze die Rhythmussektion mit Percussion. Dazu flirtete er von der Bühne aus mit so mancher hübschen Zuhörerin.

 

Kama Auger leistete ein hohes Arbeitspensum an den Drums mit seinem treibenden Rhythmus und kreativem Beat. Les King sorgte mit seinem Bass für den Groove der Band, unterstrich Orgelsound und Gesang wirkungsvoll und ließ es in seinen Solos kräftig krachen. Mit der Leadgitarre brillierte Yerone Levy und verzückte die Zuhörer mit seinen Solos ebenso wie Les King, wofür beide immer wieder „Szenenapplaus“ bekamen.

 

Es war eine Freude zu beobachten wie die Musiker auf der Bühne miteinander kommunizierten, mit den Augen, einem Nicken, einem Lächeln und natürlich mit ihren Instrumenten. Dabei verstanden sie sich blind und waren eine kreative Einheit, die fantasievolle Improvisationen möglich machte mit Samba, Soul, Blues, Jazz, Rock und Funk. Es war ein rauschender Express, der da durch die Kelterhalle fegte und die Fans begeisterte.