Joo Kraus & Tales 'n' Tones feat. Fola Dada

Tropfende Töne, sanfter Sound und Trommelgewitter

Jazz mit Joo Kraus im Sigelkursaal erreichte die Herzen der Zuhörer

 

Bad Schönborn-Langenbrücken (art) "Ich bin noch ganz erfüllt von diesem Konzert", sagte eine Zuhörerin nach dem Jazzabend mit dem Trompeter Joo Kraus, der Sängerin Fola Dada und dem Tales in Tone Trio im Sigelkursaal in Langenbrücken. Sowohl mit ihrem kreativen Zusammenklang als auch mit den ausdrucksstarken Solos spielten sich die Musiker in die Herzen des Publikums im voll besetzten Kursaal. "Ein tolles und inspirierendes Ambiente", wie Joo Kraus den Saal nannte.

 

 

Einzeln und andächtig ließ Ralf Schmid die Töne vom Flügel tropfen oder flog mit seinen Fingern in atemberaubender Rasanz über die Tasten bei seinen Improvisationen. Veit Hübner zupfte den Bass oder strich ihn mit dem Bogen und webte damit die Klangbasis für Trompete und Stimme. Ebenso setzte er den großen Resonanzkörper als effektvolle Percussion ein.

 

Mit seinem variantenreichen, kreativen und gleichzeitig exakten Schlagzeugspiel gab Torsten Krill Rhythmus und Tempo vor. So wechselte er zwischen sanften "Streicheleinheiten" für Toms und Becken und tosendem "Trommelgewitter" mit allem, was ihm zur Verfügung stand.

 

Joo Kraus, der bereits 2011 den Echo Jazz Preis gewonnen hatte, begeisterte mit Trompete und Flügelhorn. Sanft ließ er die Töne in den weiten Raum des Saales steigen, heftig und fanfarenartig wieder andere Tonfolgen. Umschmeichelte dabei die Jazzsängerin Fola Dada und hüllte sie mit seinen Klängen ein. Mit seiner außergewöhnliche Blas- sowie Lippen- und Zungentechnik gelingen ihm außergewöhnliche Klänge, die immer wieder Szenenapplaus hervorrufen.

 

Fola Dada ist an diesem Abend als Jazzsängerin die Krönung und die Vollendung für das Zusammenspiel der Musiker. Die Freude an der Musik blitzt aus ihren Augen. Mit ihrer warmen Stimme und ihrem gesanglichen Können ist sie das ideale Gegenüber für die Instrumente. Sie fordert die Musiker heraus, segelt auf ihren Melodien, lässt sich vom Strom der Töne mitreißen, nutzt sie für eigene Improvisationen und entwickelt damit ein Wechselspiel, ein "Geben und Nehmen". Das Publikum hört aufmerksam zu, ja ist ganz Ohr, gerade für die leisen Töne. Man könnte die viel zitierte Stecknadel fallen hören. Die ruhigen Lieder rühren das Herz an. Andere Songs gehen in die Füße. Man möchte man am liebsten mittanzen.

 

Glücklich, die im hinteren Bereich an den Stehtischen Platz haben zum Schwingen und Bewegen. Der Swing und die Samba nehmen sie alle mit. Und so manche Geschichte steckt hinter den einzelnen Stücken wie zum Beispiel mit "Stomping Ox" der "Ochse mit Discoschritt in Ochsenhausen" verewigt wurde. Kunstvoll ergänzen die Musiker hier und da ihre Stimme oder ihre Instrumente mit elektronischen Effekten, nicht als Effekthascherei, sondern als klangvolle Ergänzung und schöpferische Erweiterung, stimmig und passend.

 

 

Für das Konzert ernteten die Jazzer stürmischen Applaus sowohl spontan bei den Solos als auch am Schluss des Konzertes für ihre Gesamtleistung. Mit einem ruhigen Latino-Stück wie ein Lullaby, Gute-Nacht- Lied als zweite Zugabe entlassen sie die konzentriert lauschenden Zuhörer in den Abend.