Cecile Verny Quartett

Bernd Heitzler, Lars Binder, Cécile Verny und Andreas Erchinger

Töne sprudeln und Melodien fließen

 

Jazz mit dem Cécile Verny-Quartett in der Bahnbrücker Kelter

 

 

Kraichtal-Bahnbrücken (art) "Wenn wir auf Tour sind und uns motivieren wollen, dann erinnern wir uns gegenseitig an außergewöhnliche Konzertabende", erzählte Cécile Verny aus ihrem Tourleben. "Ein solcher Abend ist der heutige." Damit hatte die Sängerin in wenigen Worten die Atmosphäre zusammengefasst, die man beim zweiten Konzert des Kraichgau Jazzfestivals am Samstagabend in der Historischen Kelter in Bahnbrücken hautnah spüren konnte. Mit großer Spielfreude agierten die Musiker Bernd Heitzler (Bass), Andreas Erchinger (Piano und Keyboard) und Lars Binder (Drums und Percussion) zusammen mit Cécile Verny auf der Bühne.

 

Konzentriert und höchst aufmerksam lauschte das Publikum. Schon vom ersten Ton an gelang es Cécile Verny ihre Zuhörer zu erreichen. Das Quartett nahm die Gäste mit zu einer Reise auf ihrer "Memory Lane". "Sie werden Altes aus den zurückliegenden 25 Jahren hören und überraschend Neues", versprach die Sängerin. Manche konnten sich noch an die Konzerte des Quartetts in den Jahren 2007 und 2014 erinnern, ebenfalls in der Kelter.

 

 

Die  Musiker entwickelten auf der Bühne erneut ein grandioses Musikerlebnis, das mit riesigem Beifall belohnt wurde. Man sah es Cécile Verny an, wie sie den Jazz liebt, lebt und tanzt. Sie war immer in Bewegung auf der Bühne. Ihre Stimme schwebte zwischen dem satten Klang der Bassseiten von Bernd Heitzler und den höchsten Höhen des Pianos von Andreas Erchinger. Begeisternd auch ihr Scatting, bei dem die Töne und Silben nur so aus ihr heraussprudelten. Sie spielte mit der Stimme in ihren Improvisationen und machte aus jedem Song ein Kunstwerk.

 

 

Mit Inbrunst verzaubert die charismatische Sängerin mit "How do I love thee? oder bei einem ruhigen "Afrikanischen Blues". Sie schlüpft förmlich in die Musik hinein und läßt die Töne fließen bei "The Bitter and the Sweet". Zum Basssolo tanzt sie: "The Wild Heart of the earth". "Snow falling" zeigt ihre ganze Emotion und dramatische Ausdruckskraft. Es ist bei jedem Song eine Freude, ihre Stimme zu hören und sie sowie die Musiker auf der Bühne aufmerksam zu beobachten. Cécile Verny überwindet dabei jede Distanz und nimmt die Zuhörer gefangen. Im Wechselspiel ergänzen die Musiker sie in ihren Solos.

Lars Binder brilliert an den Drums vom sanften "Rühren" mit den Besen bis zum harten Beat mit den Sticks. Sein ausdauerndes, kreatives und äußerst präzises Solo erhält mächtigen Szenen-Applaus.

Bernd Heitzler sorgt auf E-Bass, Akustik-Bass und Kontrabass für den passenden Groove und lässt die Luft vibrieren.

Andreas Erchinger erschafft auf den Tasten von Piano und Keyboard immer wieder aufs Neue eine ganz eigene Klangwelt. Und zwischendrin Cécile Verny, die "ihre Männer" anfeuert mit Gesten, mit Tanzen und einem unnachahmlichen Lächeln.

So wurde es ein bemerkenswerter Abend in der Historischen Kelter, an den sich das Quartett wohl noch auf mancher Tour erinnern wird.